Frank Mertens

    • Hoffen wir mal das die Seite nur erneuert wird. Zumindest die Domain ist auch noch auf Martina Richter (damals Matine bei den Lonely Boys) registriert.

      Zur Sicherheit, bevor das vielleicht verloren geht, hier noch mal das Interview mit Frank Mertens, welches auf seiner Homepage bis dato veröffentlicht war.

      Was ist seit Deinem Ausstieg bei Alphaville 1984 passiert?

      Ich habe zunächst einmal VWL studiert und auch erfolgreich abgeschlossen. Nebenbei habe ich weiterhin Musik mit verschiedenen Gruppen und Sängern gemacht.
      Mein Hauptinteresse lag aber im autodidaktischen Studium der Musik und der Musikwissenschaften.

      1991 bin ich für sieben Jahre nach Paris gezogen und habe dort, ausgelöst durch viele Museumsbesuche ein Interesse für Malerei entwickelt.
      Im Sommer 1996 habe ich dann angefangen, selber zu malen. Seit meiner Rückkehr nach Deutschland lebe und arbeite ich nun in Köln.

      Hast Du die weitere Entwicklung von Alphaville verfolgt?

      Ich habe die musikalische Entwicklung verfolgt und mir auch die jeweiligen Veröffentlichungen angehört, hatte aber keinen Kontakt mehr zu Alphaville. Erst 1998 traf ich Bernhard Lloyd wieder, und wir stehen seitdem in Verbindung.

      Was kannst Du uns zu Deinem Projekt maelstrom sagen?

      Der Name selbst ist der Geschichte \"Im Wirbel des Malström\" von Edgar Allan Poe entnommen. Es geht um einen Strudel im Meer, der ein Schiff mit zwei Brüdern in die Tiefe zieht, wobei es dem einem durch kluge Beobachtungen der Geschehnisse gelingt, zu überleben.

      Die Musik besucht einerseits auf meinem Interesse an elektronischer Klangerzeugung (Synthesizer), die ich erstmals auf den Platten von Tangerine Dream und Klaus Schulze Mitte der 70er Jahre kennenlernte. Andererseits beruht sie auf der Verarbeitung und Weiterentwicklung der klassischen Musik und der Musiktheorie des 20. Jahrhunderts. Wichtige Bezugspunkte sind dabei der Kontrapunkt Palestrinas, die Ostinatofiguren bei Monteverdi und Purcell, die Klanggewebe Wagners und freie Skalenbildung, z.B. Stravinskys.

      Die wichtigsten Kompositionsmittel sind Themenverarbeitung und Improvisation. Es liegt nunmehr der erste Zyklus, bestehend aus sieben CD\'s, vor, in dem das Hauptaugenmerk auf einer Analyse der grundlegenden Bestandteile von Musik, Klang, Melodie und Rhythmus liegt. Mein Ziel war es dabei, durch eine Reduktion auf das Wesentliche innerhalb der drei Grundbestandteile eine größtmöglich Freiheit innerhalb des 12 Töne Systems zu erreichen. In der Malerei habe ich etwas vergleichbares versucht, wobei es dort um die Reduktion auf Form und Farbe geht.

      Wie entsteht eigentlich Deine Musik?

      Zuerst mache ich mir eine formale Vorgabe, wie z.B. eine Sequenz zu finden, die wiederholbar ist, offen und rund und zudem noch ein gewisses Gefühl ausdrücken kann. Die wirkliche Idee, die dann benutzt wird, wird mir durch Inspiration eingeflüstert. Die so gefundene Idee wird durch musikalische Methoden verarbeitet, z.B. durch das Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Töne, Veränderung von Intervallen und Rhythmen, etc. Diese Veränderungen werden dann durch das Mittel der Improvisation zusammengesetzt, um letztendlich einen Ablauf zu erhalten, der sich nicht wiederholt.

      Wann arbeitest Du am liebsten?

      Vormittags kommen mir immer die besten Ideen, die ich dann nachmittags in Musik oder Malerei umsetze.

      Womit arbeitest Du?

      Mit Cubase als Computersoftware und Hardware, einem Nordlead II, einem EMU Morpheus und einem Yamaha TX 816.

      Siehst Du Dich selbst als Teil der Kölner Elektronik-Musikszene?

      Bisher sehe ich mich noch nicht als Mitglied der Szene hier, da meine Musik sich doch unterscheidet, jedoch kann ich mir durchaus Formen der Zusammenarbeit vorstellen. Eine Solche Zusammenarbeit findet bereits mit dem \"solar moon soundsystem\" statt, die z.B. bei meiner ersten Sound-Vernissage ebenfalls für die musikalische Untermalung gesorgt haben. Das war wirklich eine gute Kombination.

      Was für Musik hörst Du in Deiner Freizeit?

      Hauptsächlich höre ich klassische Musik, wie Beethoven, Wagener und Händel. An Popmusik \"Massive Attack\", \"Underworld\", Raggae und die elektronische Szene Kölns.

      Was hast Du für Zukunftspläne?

      Zur Zeit interessiere ich mich sehr für Mythologie, Symbolik und archaische Formen der Kunst. Ich habe vor einigen Jahren z.B. die Höhlenmalereien im Südwesten Frankreichs gesehen, deren dunkle Magie mich stark beeindruckt haben. Das sind die Schwerpunkte, die ich nun versuche, in Musik und Malerei umzusetzen. Im Zusammenhang mit meinem Studium der Mythologie habe ich ebenfalls angefangen, mich für Lyrik zu interessieren und selber Gedichte geschrieben. In Kürze wird ein erster Gedichtband erscheinen, den man, wie auch meine CD\'s und Bilder, auf meiner Homepage bestellen kann.